Mittwoch, 22. Oktober 2008

5. Streik? und COINA

Hola!
Nun ist der Fall der Fälle eingetreten, es wird für unbestimmte Zeit gestreikt. - Obwohl, nachdem wir heute das Ticket für Tarapoto gekauft haben, haben wir erfahren, dass es sein kann, dass ein paar Professoren nächste Woche doch unterrichten und der Streik erst ab 30.10. losgeht...
Mittlerweile überrascht mich das nicht mehr :D Wir fragen morgen auf der UNI nach, und dann wird sich herausstellen ob der Bus nach Tarapoto um 15.00 mit uns oder ohne uns fährt.

Zum Glück war ich letztes Wochenende weg. Birgit konnte nicht mitfahren, da sie wieder einmal einen Infekt hatte. Ich bin mit Elizabeth, José Carlos und Eduardo nach Coina gefahren. José Carlos, ein Freund von Elizabeth, hat uns eingeladen. Sein Großvater ist 1945 aus Deutschland geflüchtet und hat in den 60er Jahren ein Hospital in Coina gebaut. Neben dem Hospital ist das dazugehörige Hostal wo wir gratis übernachten konnten. Die Familie von José Carlos lebt allerdings nicht mehr in Coina.

Am Freitag ging es los - nach 5h Fahrt waren wir in Coina. Am Samstag in der Früh sind wir dann runter ins Dorf, das Hospital und das Hostel liegen ca. 200m höher als das Dorf. Im Dorf gibt es jeden Samstag einen Markt und da ist richtig viel los!
Am Nachmittag sind wir noch zu einem Wasserfall gewandert und als wir zum Hostal zurückgekommen sind, war schon das Lagerfeuer vorbereitet.
Die ganze Belegschaft war froh, dass sich mal wieder was tut ;)
Das Hospital wird derzeit vom 25jährigen Roberto geleitet und Marco, 28, ist der 2. Arzt. Die Ärzte sind durchschnittlich 2 Jahre dort und dann kommen wieder neue.
Derzeit sind auch 2 Deutsche Praktikanten dort, Lida und Frieder.
War ziemlich lustig der Abend und hat auch dementsprechend lange gedauert ;)

Am Sonntag wollten wir eigentlich nach Chuquizonga wandern, da es angeblich nur ein 2h Marsch ist, da wir aber nicht früh genug aus den Federn kamen, sind wir doch mit dem Auto gefahren. Zum Glück! Wir waren eine geschlagene Stunde mit dem Auto unterwegs - aber es hat sich ausgezahlt! Chuquizongo ist ein kleiner aber feiner Ort.
Ich habe auch das erste Mal einen Meerschweinchenhaxn mit Reis gespeist - und das war sicher nicht das letzte Mal! Schmeckt wirklich gut!!! Auf der Heimfahrt haben wir hinten ein paar Leute von Chuqzizongo bis nach Coina mitgenommen, was hier in Peru ziemlich üblich ist, und dafür haben wir einen Sack voller Mandarinen und Limonen bekommen. (Das war dann auch unser Essen am Montag ;) )

Am Montag machten wir uns dann leider wieder auf den Heimweg. Wir wollten eine andere Strecke nach Otuzco fahren (von Otuzco nach Coina sind es zw. 2 und 3h und dann noch 1,5 nach Trujillo). Wir sind über Chuquizongo nach Otuzco gefahren.
Ab Chuquizongo war die Straße dann noch etwas schlechter, obwohl das kaum vorstellbar ist. Die Fahrt hat sich allerdings gelohnt - die Aussicht war ein Wahnsinn.
Als wir endlich im Tal waren, nach einigen Fotostopps, mussten wir nur noch einen Berg überwinden und wir wären in Otuzco gewesen. Dies war allerdings schwieriger als gedacht, da das Auto nicht mehr so wollte wie wir...
Wir mussten ca. alle 5 min einen Stop einlegen, um wieder vorne in der Motorhaube rumzuschrauben - zum Glück ist Eduardo Autoverkäufer und kennt sich halbwegs mit Autos aus, das Problem war nur, dass er nicht das richtige Werkzeug bei sich hatte.
Die Stops wurden immer kürzer, bis wir schlussendlich nur mehr 5m fahren konnten, bis wir wieder stoppen mussten. Es sind, für diese Gegend, relativ viele Leute vorbeigekommen und haben uns auch immer wieder geholfen.
Hat auch sicher sehr lustig ausgesehen, hinter waren auf der Ladefläche Schulkinder und vorne wurde rumgeschraubt gg (siehe Fotos)

Beim letzten Stop (zum Glück hatten wir mittlerweile keine Fahrgäste mehr mit) brannte es dann auch noch vorne bei der Motorhaube. Nachdem wir das Feuer mit Erde gelöscht hatten, haben wir schon nicht mehr damit gerechnet nach Otuzco geschweige denn nach Trujillo zu kommen. Mittlerweile war es auch schon 16.00 (wir sind um halb 10 in Coina losgefahren).
Zum Glück kam ein Lastwagen vorbei, mit dem Fahrer hatten wir unten in einem sehr kleinen Dorf (ja kleiner als Jeging!) schon gesprochen, da er Reifen wechseln musste und wir nicht weiterfahren konnten. Der hatte dann auch das richtige Werkzeug bei sich und dieses Mal konnten wir, oder besser gesagt Eduardo, das Auto richtig reparieren und wir sind schlussendlich um 20.00 in Trujillo angekommen.
- war klar, dass die Strecke über Chuquizongo etwas länger dauert, aber dass wir dann schlussendlich 10h brauchen, das hätte keiner gedacht.



Fotos: auf Bild klicken

Hasta luego!
Verena

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