Samstag, 8. November 2008

Dschungeltour a la Tom Sawyer und Huckleberry Finn ;)

Holá!
Ich melde mich zurück ;)
Nachdem wir am 23.10. uns noch einmal vergewissert haben, dass auch wirklich Streik ist, haben wir uns in den Bus nach Tarapoto gesetzt.

Tarapoto
Nach min. 17h Busfahrt sind wir am Freitag in der Früh angekommen. Zuerst wurde ausgiebig am Plaza de Armas gefrühstückt und anschließend haben wir uns auf die Suche nach einem Hostal gemacht. Am Nachmittag ging es dann auch schon nach Laguna Azul, eine ca. 2h Autofahrt von Tarapoto, inkl. einer spektakulären Flussüberquerung. Es fahren den ganzen Tag Autos nach Laguna Azul, es fährt allerdings erst los, wenn min. 4 Personen dorthin wollen. (das Gleiche gilt auch für die Rückfahrt)
In Laguna Azul waren Birgit und ich die einzigen Touristen. Wir entschieden uns für eine 1h Bootsfahrt über den See, was anderes kann man dort auch nicht wirklich machen.
In der 1h Bootsfahrt war auch ein Stopp bei einer kleinen Siedlung inkludiert.
Birgit hatte schon vorher einmal erwähnt, dass sie Geflügeltiere (Hendln) nicht wirklich mag. An diesem Tag habe ich zum 1. Mal erfahren, was sie darunter versteht. Nachdem dort einige Hendln frei rumgelaufen sind, hat Birgit eine richtige Panikattacke bekommen und wir sind regelrecht aus der Siedlung geflüchtet.
Bei der Autohaltestelle haben wir dann min. 1h auf ein Auto gewartet, das uns zurück nach Tarapoto nimmt.
Am Samstag haben wir nur einen Ausflug zu den Catarata de Aguashiyacu gemacht. Eigentlich wollten wir am Nachmittag schon nach Yurimaguas aufbrechen, da aber sonntags sowieso kein Schiff nach Iquitos fährt, haben wir beschlossen noch eine Nacht in Tarapoto zu bleiben. Aufgrund der enormen Hitze haben wir daher den restlichen Nachmittag in den Hängematten auf der Dachterrasse unseres Hostals verbracht :D

Yurimaguas
Nach einer 3h Autofahrt sind wir in Yurimaguas angekommen. Kaum aus dem Auto ausgestiegen haben uns schon sämtliche Leute belagert und vollgequatscht, darunter auch James, ein Touranbieter für Lagunas. Lagunas war der nächste geplante Stopp. Eigentlich wollten wir nur zum Plaza de Armas und von da aus uns ein Hotel suchen, aber so schnell konnten wir nicht schauen, saßen wir in einem Mototaxi mit James, der uns zu einem Hostal am Plaza de Armas begleitete. Da das Hostal nicht schlecht aussah, haben wir dort auch sofort ein Zimmer genommen. Mit James haben wir uns ausgemacht, dass wir uns morgen vorm Hotel treffen - im Grunde wollten wir ihn nur los werden.
Nachdem wir am Hafen waren und uns Hängematten auf dem Deck für den nächsten Tag reserviert hatten, haben wir noch ein paar Besorgungen für die Schiffsreise getätigt. (ua. eine eigene Hängematte)
Als wir uns am Abend auf die Suche nach einem Restaurant machten, ist uns James wieder begegnet. Wir haben uns in Ruhe noch einmal von ihm "beraten" lassen, die Tour an sich hat sich nicht schlecht angehört, aber James hatte eine extreme Alkoholfahne und war irgendwie unsympathisch. Birgit und ich haben daher beschlossen, dass wir uns wie gehabt am nächsten Morgen mit James treffen und bis dahin wollten wir uns noch einmal überlegen, ob wir die Tour mit ihm machen, oder nicht.
Es hat sich in Yurimaguas ziemlich schnell herumgesprochen, dass Touristen im Ort sind, und am nächsten Tag war neben James auch noch ein anderer Touranbieter für Lagunas vorm Hotel. Der 2. Touranbieter hatte einen Bericht einer Touristen dabei, die davon geschrieben hat, dass sie zuerst die Tour mit James gemacht hat und davon abraten will, da er ein Alkoholproblem hat. Dies hat unser Bauchgefühl bestätigt und da war uns klar, dass wir keine Tour buchen sondern erst vor Ort in Lagunas uns darum kümmern.
Auf dem Weg zur Bank haben wir dann einen Amerikaner getroffen, der schon 2 Jahre in Peru gelebt hat und derzeit wieder auf Besuch ist. Er wollte auch nach Iquitos und er meinte, wenn wir zu 3. auf das Schiff gehen, bekommen wir ev. einen besseren Preis. Deshalb haben wir uns mit ihm um 10.00 vor unserem Hotel verabredet.
Da es bis dahin noch 2h waren, sind wir wieder zurück ins Hotel. Um halb 10 kommt die Frau von der Rezeption und meinte, dass jemand uns im Hoteleingang erwartet. Mit dem Gedanken, dass der Amerikaner überpünktlich ist, sind wir zur Lobby. Da haben jedoch 2 fremde Personen auf uns gewartet - ein Peruaner und eine Französin, besser gesagt aus La Reunion. Auch sie wollten uns eine Tour anbieten, aber nicht nach Lagunas sondern nach Pacasmayo, ein kleines Dorf mit ca. 50 Personen. Da das ganze wirklich seriös wirkte und der Peruaner auch noch Fotos von der Tour dabei hatte, haben wir unseren Plan nach Lagunas zu fahren verworfen und sind mit den Beiden ins Büro des Peruaners gegangen. Da mussten wir dann 300 Soles für 3,5 Tage (Montag Abend - Donnerstag) im vorhinein zahlen, da er noch das Essen für die nächsten Tage besorgen musste.
Eigentlich wollten wir ja nichts im vorhinein bezahlen, aber es wirkte alles wirklich seriös!
Da wir ja mit dem Amerikaner verabredet waren, haben wir mit unserem Tourguide ausgemacht, dass wir uns auf dem Schiff treffen.
Um 11.45 wird der Motor des Schiffes gestartet und es waren noch immer kein Elio (unser Tourguide) und keine Veronika (die Frau aus La Reunion) da. Wir wurden richtig nervös und haben sofort beim Kapitän nachgefragt, wann das Schiff ablegen wird. Da das Schiff erst um 13.00 ablegen wird, waren wir wieder etwas beruhigt, aber es tauchte kein Elio auf. Da hatte uns unser Bauchgefühl wohl getäuscht und wir ärgerten uns, dass wir nun 300 Soles in den Sand gesetzt hatten. Also zurück zu Plan A: Lagunas.
Mit Lagunas wurde es dann aber doch nichts, da um 12.40 Elio und Veronika auftauchten - wohl gemerkt 5 Minuten bevor das Schiff ablegte! Als Entschädigung durften wir aber schon vor Abfahrt einen Flussdelphin bewundern.

Pacasmayo und Pucumayo
Überglücklich, dass uns unser Bauchgefühl doch nicht getäuscht hat, sind wir nach ca. 5h Bootsfahrt in Pacasmayo ausgestiegen. Wir waren eine ziemliche "Touristenattraktion" (auch für die Einheimischen, die auf dem Schiff waren), da Pacasmayo sich im NICHTS befindet und auch keinen Hafen hat. Wir mussten also auf das Beiboot umsteigen, das uns dann zum Dorf brachte.
Die erste Nacht verbrachten wir im Dorf und am nächsten Morgen oder besser gesagt Vormittag, da es in Strömen regnete, machten wir (Elio, Veronika, Birgit und ich) uns auf den Weg in den Dschungel.
Nachdem unser Quatier aufgeschlagen war, fuhren wir in einem kleinen Kanu auf den See hinaus, um das 1. Mal Piranias zu fischen. Also das 1. Mal in dem kleinen Kanu habe ich mich wirklich unwohl gefühlt!
Am nächsten Tag wollten wir eigentlich in der Früh eine kleine Wanderung starten, aber der Regen machte uns einen Strich durch die Rechnung.
Am Nachmittag probierten wir wieder unser Glück beim Pirania fischen - zum Glück hat Elio welche gefangen, sonsten hätten wir kein FRÜHSTÜCK gehabt. Ja, nachdem ich auf meinem letzten Trip ein Meerschweinchen probiert habe, stand dieses Mal Pirania auf der Speisekarte, und ich muss sagen, der ist wirklich lecker! (und das sagt jemand, der in Österreich keinen Fisch gegessen hat ;) )
Am Mittwoch haben wir eine Tour gestartet- die war ein Wahnsinn! Zwischen 550 und 850 Jahre alte Bäume, Fledermäuse, Eidechse, Affen, riesige Schmetterlinge (mit einem Durchmesser von min. 10cm), riesige Ameisen, Termiten, verschiedenste Vögel, usw haben wir zu Gesicht bekommen...Diese Tiere in Freiheit zu erleben ist unglaublich. Am Abend machten wir dann noch einmal eine Runde auf dem See Pucumayo. Die Stimmung war unbeschreiblich, der Sternenhimmel hat sich im Wasser gespiegelt und als Draufgabe hat Birgit auch noch einen Kayman gesehen, ich habe ihn leider nur mehr wegtauchen gesehen.
Am Donnerstag Vormittag wurde wieder einmal gefischt, schließlich brauchten wir ja auch was zum Essen. Ich müsste ja verhungern, da ich die Piranias mit meinen Ködern eher gefütter habe ;) Aber zum Glück war Birgit dabei, die hat 3 erwischt! Da kommen ungeahnte Talente zum Vorschein.
Nach dem erfolgreichen Fischen machten wir uns auch leider schon wieder auf den Rückweg ins Dorf, da am späten Nachmittag/Abend ein Boot nach Iquitos vorbei kommen sollte. Auf dem Rückweg haben wir dann noch eine Tarantel gesehen.
Donnerstag Abend: Man stelle sich 3 Personen in einem kleinen Boot vor, die das Vorhaben starten, dem schon seit Stunden "hörbarem" Boot nach Iquitos entgegenzupaddeln. Nachdem die Sonne untergegangen ist, kommt auch ein Boot vorbei. Die 3 Personen setzen alles darauf, sich bemerkbar zu machen. Einer paddelt und 2 wedeln wie verrückt mit den Taschenlampen, das Schiff ignoriert jedoch das kleine Boot und setzt unbeirrt seinen Weg fort nach Iquitos. Etwas enttäuscht kehren die 3 Personen zu ihrem Ausgangspunkt zurück. - ein schlechter Film? Nein, Tatsache :D Es war ein 4stöckiges Schiff und diese Schiffe nehmen unterwegs keine Leute auf.
Ich musste an diesem Tag schon Tränen lachen, so witzig war die Situation - Birgit fand das alles allerdings weniger lustig und hat mich innerlich verflucht, aber mittlerweile muss auch sie darüber lachen.
Den Freitag haben wir in der Hängematte mit Mosquitonetz verbracht, da wir schon ziemlich zerstochen waren. (Wenn man die Fotos aus dem Dschungel sieht, könnte man den Eindruck bekommen, dass uns kalt war, was durchaus nicht der Fall war - die viele Kleidung war vielmehr der klägliche Versuch, uns vor den Mosquitos und Gelsen zu schützen.) Zwischendurch sind wir immer wieder zum Fluss gelaufen, da jemand vom Dorf ein Boot gehört hat - es waren auch viele Boote, aber es waren entweder ganz kleine Boote oder sie fuhren in die falsche Richtung, aber die Buschtrommel funktioniert dort ziemlich gut! Die Leute im Dorf waren alle sehr zuvorkommend und hatten stets ein Lächeln im Gesicht. Auch die Kinder hatten ihren Spaß mit uns, als wir mit ihnen im Fluss baden waren. Die Aufgaben zwischen Männer und Frauen sind noch streng geteilt. Die Männer fischen oder arbeiten auf den Feldern und die Frauen kümmern sich um das Essen, die Wäsche und die unzähligen Kinder und wenn sie nicht gerade schwanger sind, dann helfen sie auch auf den Feldern mit.
Was mich jedoch schon etwas schockiert hat, ist die Tatsache, dass dort die Mädchen mit durchschnittlich 12 Jahren ihr erstes Kind bekommen.
Für Birgit waren die 2 Tage im Dorf etwas anstrengender, da dort jede Menge Hühner frei rumliefen. Für sie waren die Tage eine Art Hühnertherapie und mittlerweile bekommt sie keine Panikattacken mehr, wenn sie die Hühner sieht, nervös wird sie aber immer noch.

2 Sonnenuntergänge und eine (gefühlte) Ewigkeit später: Am Samstag Morgen entschließen wir uns mit Elio zurück nach Yurimaguas zu fahren und ev. unterwegs auf das Boot nach Iquitos umzusteigen. Von den Leuten aus dem Dorf wurden wir herzlich verabschiedet und wären nicht die Mosquitos gewesen, hätten wir es durchaus noch länger dort ausgehalten.
Nach ca. 3h Bootsfahrt, diese Bootsfahrt war unbeschreiblich, es wurden Hühner, Eier, Fische usw. auf engstem Raum transportiert, kam uns ein Boot entgegen, es wollte uns allerdings auch nicht mitnehmen.
Zu diesem Zeitpunkt bekamen wir schon Zweifel, ob wir jemals noch Iquitos sehen werden und freundeten uns mit dem Gedanken an, eine Nacht in einem Hotel mit Pool und Dusche! in Yurimaguas zu verbringen - nach 6 Tagen ohne Dusche (ja wir haben ziemlich gestunken, obwohl wir ja auch im Fluss baden waren) ist dies auch kein schlechter Gedanke.
Aber schlussendlich kam doch noch ein Boot vorbei, dass nach Iquitos fuhr und uns sogar mitnahm :D
Unglaublich! Alle Leute auf dem Schiff nach Yurimaguas wedelten mit den Händen und Handtüchern, damit das Schiff nach Iquitos auf uns aufmerksam wurde. - das hat ja dann auch geholfen ;)
Die Schifffahrt war ein Traum, den Rio Marañon entlang, bis er auf den Rio Ucayali trifft und zum Rio Amazonas wird.

Iquitos
In Iquitos angekommen, fuhren wir sofort ins Zentrum. Ein Hotel war schnell gefunden und dann machten wir uns schon auf den Weg zum Hospital. Ja zum Hospital, ich hatte mir einen kleinen Mageninfekt eingefangen. Anschließend haben wir uns wegen dem Canopy Walkway erkundigt (ein Hängebrückenweg in den 850 Jahre alten Bäume, ca. 160km von Iquitos entfernt), leider war der nur im Zusammenhang einer Dschungeltour buchbar, und die hätte auch noch 500 US-Dollar gekostet, und deshalb mussten wir diesen Plan verwerfen.
Dafür besichtigten wir die Schmetterlingsfarm Pilpintuwasi. Diese wird zur Zeit von einer Österreicherin geleitet, sie haben wir zwar nicht getroffen, aber ihren peruanischen Ehemann. Neben den beeindruckenden Schmetterlingen, leben dort auch noch 10 Affen, Papageien, ein Ameisenbär (mit einer 80cm langen Zunge!), ein Jaguar, eine Anakonda und 2 Flussanakonda. Alle Tiere wurden verstoßen oder ihre Mutter wurde ermordet, usw. und deshalb wurden sie zur Rettung in die Schmetterlingsfarm gebracht. Die Affen laufen dort frei herum. Junior, ein ganz Schlauer, hat es sogar geschafft, den doppelten Kno
ten in Birgits Schuhen ratzfatz aufzumachen gg und mich hat er von hinten "angegriffen", ein anderer hat Birgits Zigaretten gestohlen und wieder ein anderer, "Chavo", hat uns den Kopf massiert - viel Aktion, und für uns das Highilight in Iquitos.
Am letzten Tag waren wir zuerst in Belén und dann noch im Zoo. Belén ist ein Armenviertel in Iquitos mit einem riesengroßen Markt. Wir haben zur Sicherheit den Fotoapparat zu Hause gelassen, deshalb gibt es leider keine Fotos. Das Besondere an Belén ist, dass sie eine schwimmende Barackenstadt ist. Die Häuser sind entweder auf Stelzen oder auf Flößen gebaut und sie steigen und sinken mit dem Flussspiegel.
Im Zoo konnten wir auch einen Flussdelphin fotografieren, aber in der Freiheit sind sie noch beeindruckender! Ich habe auch endlich einen Kayman
in voller Montur zu Gesicht bekommen und eine Schlange habe ich auch noch herumgetragen. Aber generell war der Zoo nicht sooo besonders, die Käfige waren alle sehr klein und die meisten Leute fahren nur dort hin, um am Fluss baden zu gehen.
Am Donnerstag Morgen haben wir den Rückweg angetreten. Aus 2 Gründen wollten wir am Vormittag fliegen - 1. wollten wir den Flug über den Amazonas genießen und 2. hat Birgit erfahren, dass sie am Samstag einen Test hat (er wurde im Endeffekt wieder verschoben und sie hat ihn ev. nächste Woche lol). Zwischen ca. 12.00 und 18.00 starten und landen in Iquitos keine Flugzeuge, weil in der Nähe des Flughafens viele Geie
r leben und dies zu einer Kollision führen könnte.
Der Flug war noch ein Highlight am Ende der Reise!

In diesem Sinne

Hasta luego!

eine noch immer von Mosquitos zerstochene Verena


PS: um zu den Fotos zu gelangen, einfach auf das Bild klicken!

Donnerstag, 23. Oktober 2008

und tschüss!

Wir fahren nach Tarapoto, falls in den nächsten 4h nichts dazwischen kommt ;)

Ich war heute bei der Sekretärin von Administracion und sie meinte, dass ich keinen Kurs habe, da ja Streik ist.
Gestern hat Carolina uns gesagt, dass eine Professoren unterrichten, da sich die Professoren mit der Gewerkschaft zerstritten haben und sie jetzt eigentlich nicht streiken dürften - das ist irgendwie nicht legal, oder so...Aber das wird hier ja nicht so genau genommen.

In diesem Sinne:

AUF IN DEN DSCHUNGEL!!!!

Hasta luego!
Verena

Mittwoch, 22. Oktober 2008

5. Streik? und COINA

Hola!
Nun ist der Fall der Fälle eingetreten, es wird für unbestimmte Zeit gestreikt. - Obwohl, nachdem wir heute das Ticket für Tarapoto gekauft haben, haben wir erfahren, dass es sein kann, dass ein paar Professoren nächste Woche doch unterrichten und der Streik erst ab 30.10. losgeht...
Mittlerweile überrascht mich das nicht mehr :D Wir fragen morgen auf der UNI nach, und dann wird sich herausstellen ob der Bus nach Tarapoto um 15.00 mit uns oder ohne uns fährt.

Zum Glück war ich letztes Wochenende weg. Birgit konnte nicht mitfahren, da sie wieder einmal einen Infekt hatte. Ich bin mit Elizabeth, José Carlos und Eduardo nach Coina gefahren. José Carlos, ein Freund von Elizabeth, hat uns eingeladen. Sein Großvater ist 1945 aus Deutschland geflüchtet und hat in den 60er Jahren ein Hospital in Coina gebaut. Neben dem Hospital ist das dazugehörige Hostal wo wir gratis übernachten konnten. Die Familie von José Carlos lebt allerdings nicht mehr in Coina.

Am Freitag ging es los - nach 5h Fahrt waren wir in Coina. Am Samstag in der Früh sind wir dann runter ins Dorf, das Hospital und das Hostel liegen ca. 200m höher als das Dorf. Im Dorf gibt es jeden Samstag einen Markt und da ist richtig viel los!
Am Nachmittag sind wir noch zu einem Wasserfall gewandert und als wir zum Hostal zurückgekommen sind, war schon das Lagerfeuer vorbereitet.
Die ganze Belegschaft war froh, dass sich mal wieder was tut ;)
Das Hospital wird derzeit vom 25jährigen Roberto geleitet und Marco, 28, ist der 2. Arzt. Die Ärzte sind durchschnittlich 2 Jahre dort und dann kommen wieder neue.
Derzeit sind auch 2 Deutsche Praktikanten dort, Lida und Frieder.
War ziemlich lustig der Abend und hat auch dementsprechend lange gedauert ;)

Am Sonntag wollten wir eigentlich nach Chuquizonga wandern, da es angeblich nur ein 2h Marsch ist, da wir aber nicht früh genug aus den Federn kamen, sind wir doch mit dem Auto gefahren. Zum Glück! Wir waren eine geschlagene Stunde mit dem Auto unterwegs - aber es hat sich ausgezahlt! Chuquizongo ist ein kleiner aber feiner Ort.
Ich habe auch das erste Mal einen Meerschweinchenhaxn mit Reis gespeist - und das war sicher nicht das letzte Mal! Schmeckt wirklich gut!!! Auf der Heimfahrt haben wir hinten ein paar Leute von Chuqzizongo bis nach Coina mitgenommen, was hier in Peru ziemlich üblich ist, und dafür haben wir einen Sack voller Mandarinen und Limonen bekommen. (Das war dann auch unser Essen am Montag ;) )

Am Montag machten wir uns dann leider wieder auf den Heimweg. Wir wollten eine andere Strecke nach Otuzco fahren (von Otuzco nach Coina sind es zw. 2 und 3h und dann noch 1,5 nach Trujillo). Wir sind über Chuquizongo nach Otuzco gefahren.
Ab Chuquizongo war die Straße dann noch etwas schlechter, obwohl das kaum vorstellbar ist. Die Fahrt hat sich allerdings gelohnt - die Aussicht war ein Wahnsinn.
Als wir endlich im Tal waren, nach einigen Fotostopps, mussten wir nur noch einen Berg überwinden und wir wären in Otuzco gewesen. Dies war allerdings schwieriger als gedacht, da das Auto nicht mehr so wollte wie wir...
Wir mussten ca. alle 5 min einen Stop einlegen, um wieder vorne in der Motorhaube rumzuschrauben - zum Glück ist Eduardo Autoverkäufer und kennt sich halbwegs mit Autos aus, das Problem war nur, dass er nicht das richtige Werkzeug bei sich hatte.
Die Stops wurden immer kürzer, bis wir schlussendlich nur mehr 5m fahren konnten, bis wir wieder stoppen mussten. Es sind, für diese Gegend, relativ viele Leute vorbeigekommen und haben uns auch immer wieder geholfen.
Hat auch sicher sehr lustig ausgesehen, hinter waren auf der Ladefläche Schulkinder und vorne wurde rumgeschraubt gg (siehe Fotos)

Beim letzten Stop (zum Glück hatten wir mittlerweile keine Fahrgäste mehr mit) brannte es dann auch noch vorne bei der Motorhaube. Nachdem wir das Feuer mit Erde gelöscht hatten, haben wir schon nicht mehr damit gerechnet nach Otuzco geschweige denn nach Trujillo zu kommen. Mittlerweile war es auch schon 16.00 (wir sind um halb 10 in Coina losgefahren).
Zum Glück kam ein Lastwagen vorbei, mit dem Fahrer hatten wir unten in einem sehr kleinen Dorf (ja kleiner als Jeging!) schon gesprochen, da er Reifen wechseln musste und wir nicht weiterfahren konnten. Der hatte dann auch das richtige Werkzeug bei sich und dieses Mal konnten wir, oder besser gesagt Eduardo, das Auto richtig reparieren und wir sind schlussendlich um 20.00 in Trujillo angekommen.
- war klar, dass die Strecke über Chuquizongo etwas länger dauert, aber dass wir dann schlussendlich 10h brauchen, das hätte keiner gedacht.



Fotos: auf Bild klicken

Hasta luego!
Verena

Dienstag, 14. Oktober 2008

4. Streik und der 5. folgt sogleich?!?

Heute haben die Studenten wieder wegen den Preisen in den Mikros (Autobussen) gestreikt - und ich habe mir wohl das Motto: mittendrin statt nur dabei - zu Herzen genommen ;)

Aber dieses Mal war ich etwas vorgewarnt und deshalb hatte ich
  1. meine Camera dabei und
  2. wollte ich bis 7 vor der Uni warten, nicht dass ich wieder in der Uni eingesperrt bin.
Aber soweit kam es erst gar nicht, da man schon um 6.50 die Uni nicht mehr betreten konnte.

Ein paar meiner Klassenkollegen und ich, dieses Mal VOR der Uni ;)
und mit seeehhhrr kleinen Augen - es ist ja auch erst 7.00


Zum Thema 5. Streik:
Seit Wochen wird davon geredet, dass die Professoren der öffentlichen Unis landesweit! ab 15.10. für unbestimmte Zeit streiken (wegen den Gehältern oder so).

Grundsätzlich gibt es 2 Arten von Streiks:
1. Streik definido - dh der Beginn des Streiks und auch das Ende ist genau festgelegt
2. Streik indefinido - nur der Beginn des Streiks steht fest, dieser Streik kann bis zu 3 Monaten dauern!!!

Gestern hieß es dann, nein es wird nicht gestreikt - heute Vormittag hieß es allerdings wieder, es wird nur in Trujillo gestreikt und ev. nur für 3 Tage und heute Nachmittag hieß es, dass es am Montag entschieden wird, ob ein landesweiter Streikt indefinido (also für unbestimmte Zeit) stattfindet oder nicht...

Wie ihr seht, es ändert sich hier alles quasi stündlich und Birgit und ich haben momentan sämtliche Reisepläne überworfen.
Aber eines ist fast sicher (- man kann sich in Peru einfach NIE 100% sicher sein, und es kommt generell anders als erwartet) - wir werden dieses Wochenende nicht in Trujillo verbringen, denn wir brauchen auf das ganze Hin und Her dringend einen Tapetenwechsel ;)

Hasta luego!

eine verwirrte Verena

Sonntag, 12. Oktober 2008

Holá!
Am Freitag gab es ein Konzert auf der Uni, da diese Woche die Uni ihren 177. Geburtstag feiert.

Da wir ziemlich hungrig und durstig waren, haben wir es allerdings nicht allzu lange dort ausgehalten und sind ins Bohemios gefahren.
Dort haben wir blöderweise Miguel, Kaja und einen Freund von Miguel
(habe mir seinen Namen nicht gemerkt) getroffen - blöderweise deshalb, da wir uns überreden liesen, mit ihnen tanzen zu gehen.

Birgit, ka, Kaja, Miguel und ich

Alle fest am Tanzen!


Die Nacht wurde wieder kurz und Birgit musste am Samstag von 9 - 14.30 aussertürlich auf die Uni, da alle inkl. ihr die Gruppenarbeiten präsentieren mussten. Ja, Birgit ist zur Zeit etwas fleißiger als ich ;)

Am Samstag waren wir naturgemäß ziemlich ko, und nachdem Birgit endlich von der Uni heimgekommen ist, sind wir zur Elizabeth gefahren - die hatte nämlich eine Grillfeier zuhause.
Dieses Mal haben sie sich erbarmt und uns auch ein Messer gegeben ;)

Birgit, Thomas (SZG), Mili und Elizabeth


Das letzte Foto habe ich extra für die 2 los Claucos und für los Lisos gemacht! Wie ihr seht, kann ein Sonnenschirm auch bei Wind am Strand verwendet werden ;) Allerdings hat den der Vermieter für uns aufgestellt - vielleicht liegt darin des Rätsels Lösung gg



In diesem Sinne

Hasta luego!

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Neues zum gestrigen Streik ;)

Ich habe mir heute die Zeitung gekauft, damit ich nachlesen kann, was da gestern genau los war beim Streik. Da habe ich auch erfahren, dass es keine Rauchbomben waren, die die Polizei geschossen hat, sondern Tränengas.

Und als ich die Zeitung aufschlage, sehe ich dieses Foto:
Ich wartend vor dem Unitor mit meinen Klassenkollegen und im Hintergrund die gekaperten Mikros.

Wer sich den Artikel durchlesen will, er ist auch online abrufbar lol
http://www.correoperu.com.pe

Hasta luego!

Montag, 6. Oktober 2008

Primavera und 3. Streik

Ja, wir sind schon halbe Peruaner - mittlerweile kaufen wir auch das Inca Kola ;) und natürlich wurde auch der Coca Tee schon verkostet...


Am Mittwoch sind Sheba, Mili und Elizabeth vorbeigekommen.
Da haben Birgit und ich auch sofort eine Einführung im Salsa und Merengue bekommen.


Nachdem wir dann am Samstag unsere neu erlernten Salsakenntnisse testen wollten, sind Birgit und ich mit Kaja und Miguel in die Disco "la barra" und haben die ganze Nacht durchgetanzt -war ziemlich lusitg, nur der Sonntag war dann sehr anstrengend!

Am Sonntag war der alljährliche Umzug zu Primavera - mit den Reynas, das sind die Prinzessinnen auf den Wägen. Wie ihr an den Fotos sehen könnt, war das Ganze doch etwas kitschig :D Aber es wurden auch die Trachten der verschiedenen Gegenden gezeigt.

(um zu den restlichen Fotos zu gelangen, einfach auf das Bild klicken)

Tja und heute, Dienstag 7.10. war wieder einmal Streik an der Uni angesagt.
Das wäre jetzt der
3. STREIK
(wenn man den Streik der öffentlichen Verkehrsmitteln mitzählt - da ist ja auch die Uni ausgefallen)

Ich habe 3x die Woche um 7 in der Früh Kurs - so auch heute, und da der Professor nach 7:10 niemanden mehr in die Klasse reinlässt, bin ich immer etwas früher an der Uni. Wir, ca 10 Studenten (von 80, was überdurchschnittlich viel ist, für eine Klasse, normalerweise sind pro Klasse 40 Studenten), warten in der Klasse und es kommt kein Professor.
Wir machen uns also auf dem Weg in Richtung Haupteingang. Die Eingangstore sind geschlossen und ein Großteil der Studenten und einige Professoren sind vor dem Tor auf der Straße versammelt - ca. 100 Studenten, unter anderem ich, sind in der Uni eingeschlossen.

Auf dem Dach des Securityhauses (neben dem Haupteingang) befinden sich einige Studenten und schreien ihre Parolen in ein Mikrofon.

Weshalb wird gestreikt? - Weil die Fahrpreise in den Micros (Busse) auch für Studenten angehoben wurden.

Ab halb 8 haben wir vor dem Tor gewartet, dass wir wieder raus dürfen. Das Fernsehn war vor Ort und draußen marschierten ca. 30 Polizisten in Reih und Glied vorbei.
Um halb 10 wurden dann für kurze Zeit die Tore geöffnet, da ein Großteil der Studenten zum Plaza de Armas marschierten. Ich habe mich auch nach draußen gemogelt ;)
Bis ich in Erfahrung gebracht habe, wie lange dieser Streik noch andauern wird und ob mein 2. Kurs um 11.00 stattfindet oder nicht, war es 10.
Ich bin dann heim, wo Carolina, Javier, Birgit, Abuela usw. schon auf mich warteten. Birgit hab ich telefonisch informiert, und Carolina und Javier haben im Radio gehört, was los ist.
Carolina war etwas besorgt um mich, da die Polizisten angeblich Rauchbomben geschossen haben - davon habe ich allerdings nichts bekommen, war ja auch eingesperrt, und hab nicht alles mitbekommen was draußen los war ;)
Ich hatte nicht das Gefühl, dass der Streik eskaliert oder dass die Situation gefährlich war.

Wie ihr seht, wird uns hier nicht langweilig und vom Alltag ist noch lange nicht die Rede ;)
Leider hatte ich heute keinen Fotoapparat dabei, um den Streik festzuhalten.

Morgen ist Feiertag, ich habe zwar Gruppentreffen am Vormittag - ja es kommt vor, dass ich etwas für die Uni tue gg - aber anschließend wollen wir wieder an den Strand!

In diesem Sinne,

Hasta luego!